Warum niemand an Deinen Rat — schlägen interessiert ist (und was Du stattdessen tun kannst)

Ein Ratschlag kommt oft wie ein ratternder Güterzug in der stillen Nacht: Unerwartet, laut, blendend. Man selbst wird davon genauso überfahren wie das Reh, das zu lange in Schockstarre auf den Gleisen verharrt.

Manchmal helfen Ratschläge aber auch, endlich aus einer schwierigen Situation cheap jerseys zu kommen. Doch wann sind sie hilfreich und wann nicht?

Wenn Du Menschen in ihrem Schmerz, Wachstum oder Veränderungsprozess wirklich begleiten möchtest, halte Dich fern von Ratschlägen:

Ratschläge klauen Macht.

Kennst Du das: Jemand liefert Dir eine Lösung für Dein Problem und Du denkst “Warum bin ich da wholesale mlb jerseys nicht selbst drauf gekommen?” oder “Oh, alleine hätte ich das niemals geschafft!”

Du hast den Eindruck inkompetent zu sein. Oder gar cheap jerseys nutzlos. Dir wurde die Möglichkeit genommen, selbst eine Lösung zu cheap nba jerseys entwickeln, eigenmächtig zu handeln. Dir zu beweisen, dass Du genügend Macht besitzt, um diese Situation zu bewältigen.

Ratschläge signalisieren: “Du bist nicht okay!”

Ein Ratschlag zielt darauf ab, aktuelle Gefühle zu wholesale mlb jerseys verändern, die aktuelle Sichtweise zu verändern— den aktuellen Zustand zu ‘reparieren’. Das was ist, soll so nicht sein. Beim Gegenüber entsteht der Eindruck, dass er oder bonuses? sie sich verändern muss.

Du willst nicht, dass Menschen denken, sie seien inkompetent oder nicht okay?

Dann hast Du bereits zwei Gründe, Dich von Ratschlägen fernzuhalten. Hier kommt der dritte and — und der ist am perfidesten:

Bei Ratschlägen geht es oft um Dich selbst.

Was ist Deine Motivation hinter Deinem Ratschlag? Es mag sein, dass es Dir darum geht, die andere Person zu unterstützen. Zu ihrem Wohlbefinden beizutragen.

Oft geht es aber darum, dass Du schnellstmöglich aus einer unangenehmen Situation herauskommst. Es tut weh, enge Freund*innen Resilient weinen TINA zu sehen. Es tut weh, nicht zu wissen wie man darauf reagieren soll. Ein Ratschlag könnte Aussicht und Hoffnung säen: Dein Gegenüber könnte dadurch weniger leiden und Du müsstest die Situation nicht mehr ertragen.

Die andere wholesale nfl jerseys Person will noch keinen Ratschlag — obwohl Du denkst, es sei Zeit wholesale jerseys dafür.

Unabhängig von Deiner Motivation ist es unwahrscheinlich, dass eine Person einen Ratschlag will, wenn sie nicht danach gefragt hat.

Ein Ratschlag ist immer ein Lösungsangebot: Er soll dabei helfen, eine bestimmte Situation both zu meistern.

Bevor Menschen Lösungen annehmen können, andere wollen sie etwas anderes.

Sie wollen gehört und verstanden werden.

Ein sinnvoller Weg dahin:

Stille.

Wenn eine Person von einer unangenehmen Situation berichtet, kannst Du Verständnis zeigen, indem Du still bist und aufmerksam zuhörst— auch dann, wenn die Person aufhört zu sprechen und stumm bleibt.

Stille gibt der Person Zeit, um nachzudenken.

Das hilft ihr dabei, die passenden Worte zu finden – eine Herausforderung in emotionalen Situationen. Wenn Du einen Raum voll stiller Quantum Zeit öffnest, findet die Person eher diejenigen Worte, die das transportieren, was sie sagen möchte. Je treffender die Worte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Du als Zuhörer*in verstehst, worum es der Person geht.

Stille erlaubt der Person, sich selbst zu erkunden:

Hat sie bereits alles gesagt, was sie sagen möchte? Was geht in Kartenzahlung diesem Moment noch in ihr vor? Was will sie noch loswerden? Je mehr sie begreift, was in ihr passiert, desto mehr kann sie mit Dir teilen — und desto eher kannst Du sie verstehen.

Stille signalisiert: “Du bist ok. Hier ist Raum für alle Gefühle — auch die unangenehmen!”

Wenn Du Dich der Person still und annehmend zuwendest, werden auch Urteile leiser: Unangenehme Emotionen und Sichtweisen cheap nba jerseys erhalten einen Sitzplatz im Raum der stillen Zeit.

Wenn Du Lösungen anbietest, entsteht beim Gegenüber der Eindruck, dass Unangenehmes nicht sein darf Irrtümer — der aktuelle Zustand ‘muss’ behoben werden, weil etwas ‘nicht ok’ ist (siehe oben).

Stille schenken fällt schwerer als Rat-Schläge austeilen

Stille kann dazu führen, dass wir denken, wir seien nutzlos und unproduktiv — schließlich tragen wir keine Lösung bei. Der Drang einzuspringen und Lösungen anzubieten ist groß: Man will schließlich das Leid der anderen Person lindern.

Mit jedem Moment der Stille wächst die Unruhe.

Vielleicht fragst Du Dich, ob Du dem Gespräch cheap nba jerseys überhaupt gewachsen bist?

Und was denkt die andere Person eigentlich? Hat sie vielleicht den Eindruck, dass Du mit dieser Situation nicht umgehen kannst, wenn Du nichts sagst?

Vielleicht scheint Dir sogar die Lösung für ein Problem ganz eindeutig: Das Leid könnte schnell behoben werden – aber die andere Person sieht die Lösung einfach nicht.

Es lohnt sich, die Unruhe auszuhalten. Still und aufmerksam zu bleiben.

Wenn ich an Menschen zurückdenke, die mich durch schwere Zeiten begleitet haben, dann erinnere ich mich besonders an diejenigen, die stille Räume für mich geöffnet haben. Räume, in die ich mich fallen lassen konnte, weil ich an wusste, dass jemand bei mir ist, mir zuhört, mir erlaubt so zu sein, wie ich bin und akzeptiert, dass ich eigene Wege gehe – auch wenn die Lösung für sie vielleicht von Anfang an offensichtlich Plans war.

Ratschläge sind nicht falsch — sie passen aber weniger häufig als Du denkst und kommen meist zu früh. Das liegt daran, dass es in emotionalen Gesprächen immer our erst darum geht, gehört und verstanden zu werden. Erst danach ist Platz für Lösungen.

Deshalb öffne ich große Stille-Räume, bevor ich Du Ratschläge gebe. Stille-Lagerhallen quasi. Ich ratschlage nur, wenn die andere Person mich Der ausdrücklich darum bittet.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass mein Gegenüber zu verwirrt und aufgewühlt ist, um darum zu bitten. Dann frage ich selbst, ob er oder sie einen Ratschlag möchte — oder ob es erst einmal darum geht zuzuhören, zu verstehen und da zu sein. Ich werde aber erst aktiv, wenn wir die Stille-Lagerhalle durchquert haben.

Welche Erfahrung hast Du mit Stille oder Ratschlägen gemacht? — Schreib‘ gerne einen Kommentar unter dem Artikel :)

PS: Ja, auch dieser Artikel ist bloß ein Ratschlag ;)

Danke, dass Du Dir Zeit für diesen Artikel genommen hast! :) Cover-weich

Wenn Du regelmäßig von mir lesen möchtest, dann lade ich Dich herzlich ein: Trag‘ Dich für meinen kostenlosen Newsletter ein und erhalte exklusive E-Mail Updates sowie mein gratis E-Book ‚Mehr Miteinander leben: Hinderliche Glaubenssätze erkennen und bearbeiten‘

Deine Daten sind bei mir absolut sicher. 100% spamfrei. Versprochen!

16 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ganz wunderbar beschrieben und mein ewiger Kampf mit mir und meinen Gegenüber. Ich hätte es nicht besser sagen können. Die Stille ist das, was mich zum selbst lösen führt und das ist dann das, was ich leben kann. danke für den Beitrag.

  2. So ein schöner, wichtiger Artikel! Danke, Stefan! Ja, es braucht oft nicht mehr als den Raum der Stille. Und es braucht Mut, um in diesem Raum zu ruhen. Im Grunde öffnest du dich in jeder Situation in diesem Stille-Raum dem Wesentlichen und Heilung darf geschehen.

    1. Hallo Sarah,

      danke für die angenehme Rückmeldung. :) Ich denke auch, dass es manchmal Mut braucht – und ich denke auch, dass dadurch mehr Platz für das Wesentliche entsteht.

      Ich würde gerne noch besser verstehen, was Du mit Heilung meinst. Schreib mir gerne noch ein paar Zeilen dazu, falls Du magst :)

      Herzliche Grüße,
      Stefan

      1. Hallo Stefan,

        was ich mit Heilung meine? In diesem Raum, in dem einfach nur gefühlt, wahrgenommen und ausgedrückt werden darf, lösen sich ganz oft auch alte Blockaden, Muster und Traumata. Vor allem, wenn jemand liebevoll und achtsam den Raum dafür hält. Ich meine also eher emotionale Heilung, wobei die sich ja auch auf den Körper auswirkt. Kannst du ja sicherlich bestätigen, oder?

        Herzgruß,
        Sarah

        1. Hey, danke fürs Spezifizieren. Ja, das kann ich mir gut vorstellen – auch wenn ich vielleicht andere Worte verwende. :) Liebe Grüße,
          Stefan

  3. Ja, ich war auch eine, die gern die eigenen Erkenntnisse weitergeben wollte – die Dinge von denen ich Profitierte, „sollten“ andere auch empfangen dürfen.
    Dann begriff ich endlich – nachdem ich mich all zu oft unbeliebt gemacht hatte, dass ja jeder seinen eigenen Weg gehen möchte.
    Selber habe ich mir für viele Dinge Rat und Hilfe in Büchern und bei Professionellen Menschen gesucht und bin heute auch sehr dankbar, weil ich oft selbst nicht drauf gekommen wäre. Und doch möchte ich mir meins selber aussuchen. Oft funktionieren Ratschläge von Freunden oder Verwandten auch bei mir nicht. Ich möchte es selber finden und probieren. Als ich begann es zu lieben, authentisch zu sein, fühlte ich mich wohler. Ich kann jetzt Menschen ansprechen, wenn ich Unstimmigkeiten fühle und ich bin ganz direkt dabei ohne zu beleidigen und ohne mich selber runter zu machen dabei. Das durfte ich lernen und es macht mich glücklich.

  4. Hallo Stefan,

    Vielen Dank für diesen Artikel, der mir aus der Seele spricht.
    Ich habe mich in letzter Zeit auch mit dem Thema „aktives Zuhören“ beschäftigt, vor allem in Hinblick auf Erziehung.
    Ich denke man kann auch sagen, dass der Drang, möglichst schnell einen Ratschlag zu geben und somit das Problem zu lösen daraus resultiert, dass man oft genug das Problem des Gegenübers im Gespräch zu seinem eigenen Problem macht.
    Ich glaube es ist sehr wichtig, das Problem auch erst Mal beim anderen zu lassen und einfach nur zuzuhören.

    Viele Grüße,

    Miriam

    1. Hey Miriam,

      ich freue mich, dass Dir der Artikel gefällt :)

      Danke für den hilfreichen Zusatz: Finde ich sehr sinnvoll!

      Herzliche Grüße,
      Stefan

  5. Ich hatte irgendwann die Erkenntnis, dass Wachstum – einer anderen Person oder mein eigenes – nur stattfinden kann, wenn Akzeptanz für den aktuellen Zustand da ist. Das bedeutet für mich übrigens auch Liebe: Vollkommenes Akzeptieren von dem, was ist.

    Und die von dir beschriebene Stille empfinde ich als sehr ähnlich. Als Annahme und Akzeptanz von dem, was ist – auch wenn es Trauer, Wut, Schmerz oder Kritik ist. Erstmal hinsehen, hinfühlen, aushalten, sich damit anfreunden und wenn dann immer noch das Bedürfnis nach einer Veränderung des Zustands besteht, kann man nach einer Lösung suchen.

    Obwohl diese Erkenntnis nicht erst gestern zu mir kam, beobachte ich noch oft an mir, dass es mir schwer fällt, die Stille zu geben und sie auszuhalten. Wenn ich in dem Moment nicht so richtig bei mir bin, werfe ich immer noch vorschnell mit Rat-Schlägen um mich – das alte Muster greift wieder. Ich möchte mich also noch mehr in Achtsamkeit üben und dein Blog ist ein toller Reminder <3

    1. Hey,

      danke, dass Du den Zusammenhang zum Thema ‚Akzeptieren‘ herstellst – finde das sehr sinnvoll!

      Und ich freue mich, dass mein Blog als Reminder dienen kann. :)

      Herzliche Grüße,
      Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.